Bald faire Mieten in Wasserburg?

 

SAM_1597-kleinZahlreiche Wasserburgerinnen und Wasserburger besuchten die Veranstaltung der Linken Liste zu fairen Mieten in der Stadt in der Taverna Italiana. Monika Schmid-Balzert, Geschäftsführerin des Mieterbund Deutschland, Landesverband Bayern, erläuterte gleich zu Beginn warum die Mieten eben nicht mehr so fair sind und warum es immer schwieriger wird, bezahlbaren Wohnraum zu finden. So hat sich zum Beispiel der Bestand der Sozialwohnungen in Bayern seit 1999 von 250.000 Wohnungen bis heute halbiert. Es fallen immer mehr Wohnungen aus der Sozialbindung, gleichzeitig werden aber nicht genügend neue Wohnungen gebaut und es ziehen immer mehr Menschen in die Ballungsräume, wie zum Beispiel München.

Diesen Zuwanderungsdruck bekommen wir natürlich auch in Wasserburg zu spüren sagt Sophia Jokisch, Stadträtin der Linken Liste. Deshalb hat sie einen Antrag gestellt, der den sozialen Wohnungsbau in Wasserburg wieder ankurbeln soll. Dies ist dringend notwendig meint auch Robert Obermayr, rechtlicher Betreuer und Sozialarbeiter aus Wasserburg. Er schildert, dass es im gesamten Landkreis Rosenheim nur 400 Sozialwohnungen gibt. Dies ist bei weiten nicht ausreichend und führt zu Wartezeiten von über fünf Jahren bei den Betroffenen.

Der Mieterbund hat noch weitere Forderungen wie eine Bodenpreisbremse, die feste Einplanung von Sozialwohnungen in Neubaugebieten und deren unbefristete Sozialbindung, mehr Werkswohnungen und Zweckentfremdungsverordnungen mit empfindlichen Strafen, damit Wohnraum nicht für Gewerbe zweckentfremdet wird. Frau Schmid-Balzert führt außerdem aus, dass Genossenschaftswohnungen stärker gefördert werden sollten.

Brigitte Wolf, Stadträtin der LINKEN aus München beschreibt, dass mittlerweile 60 Prozent der Münchner Bevölkerung Anspruch auf geförderten Wohnraum haben. Die Stadt München reserviert bei öffentlichen Flächen 50 Prozent für den geförderten Wohnungsbau. Wenn Grundstücke für den privaten Wohnungsbau vergeben werden, haben sie das Instrument der Sozialen Bodennutzung entwickelt, bei der der private Bauherr an den Kosten für die Infrastruktur wie Straßen, U-Bahnen, Schulen und Kindergärten beteiligt wird.

Als Fazit der Veranstaltung lässt sich ziehen, dass eine große Gefahr besteht, dass in Wasserburg die Mietpreise weiter ansteigen. Um dies zu verhindern, sollte, trotz der der schwierigen geographischen Verhältnisse, mehr günstiger Wohnraum geschaffen werden und dies vor allem als geförderter Wohnraum und als genossenschaftliche Wohnungen. Die zahlreichen Unternehmen können auch dazu ermuntert werden, Werkswohnungen zu bauen. Wasserburg kann sich außerdem darum bemühen, als Gemeinde eingestuft zu werden in der auch die Mietpreisbremse und die bayerische Mieterschutzverordnung gilt.

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